Fettig, schleimig, ballaststoffhaltig - der Schutzfilm für Magen und Darm
Zu den nützlichen Nährstoffen, die in Leinsamen enthalten sind, gehören unter anderem die löslichen und unlöslichen Ballaststoffe. Gut, Ballaststoffe gibt es viele. Aber mit denen des Leinsamen hat es eine besondere Bewandtnis: Denn wenn sie mit Wasser in Berührung kommen, so bilden sie eine Schleimhülle. Werden die Ballaststoffe des Leinsamens also zusammen mit Wasser eingenommen, entfaltet die Schleimhülle ihre Wirkung vor Ort, in dem sie sich als feiner Schutzfilm aus Schleim über die Schleimhaut des Magen-Darm-Traktes legt. Das sei insbesondere bei gereizter und entzündeter Schleimhaut, Gastritis, Reizmagen und Reizdarm sehr wohltuend und hilfreich.
Die Ballaststoffe des Leinsamens benötigen zum Quellen Wasser. Darum sollte man bei der Einnahme mindestens die 10fache Menge Wasser dazu trinken.
Leinsamenprodukte sind sowohl bei Verstopfungen und Darmträgheit als auch Durchfall ein ausgezeichnetes Hilfsmittel. Hierbei kann Leinmehl von der Wirkung noch ergiebiger sein als geschroteter Leinsamen. In erster Linie bewirken sie eine Erhöhung des Stuhlvolumens und die Anregung der Darmperistaltik (im Gegensatz zu anderen abführenden Pflanzenstoffen, die eher über den Elektrolythaushalt wirken). Der Stuhl wird durch die Ballaststoffe in der Schleimhülle weicher und gleitfähiger, was z.B. auch bei Hämorrhoiden einen gewünschten Effekt bringen kann. Gleichzeitig wird aber auch Wasser gebunden, was bei Durchfall sehr sinnvoll ist, da die Stuhlkonsistenz gefestigt und die Darmpassage verlangsamt wird.
Die Schutzwirkung für Herz-Kreislauf-System und die Körperzellen
Will man nicht nur von der Funktion der Ballaststoffe sondern auch von den wertvollen Inhaltsstoffen profitieren, so muss der Leinsamen ‘aufgeschlossen’ zu sich genommen werden, also entweder mit leicht gequetschter Hülle (wird im Handel als aufgeschlossener Leinsamen angeboten), als Schrot (sollte immer ganz frisch sein, wird sehr schnell ranzig) oder aber in seine Hauptsubstanzen Leinöl und Leinmehl zerlegt (in dieser Form aufgeschlossen am längsten haltbar).
Die Faserstoffe des Leinsamens haben entgiftende Eigenschaften Die Faserstoffe im Leinmehl wirken absorbierend und können damit bindend reagieren auf Giftstoffe und krankmachende Keime. Einen zusätzlichen Effekt bewirkt das Selen, das in der Faserhülle des Leinsamens enthalten ist. Selen ist ein wichtiges Spurenelement (Schutzelement), das die Eigenschaft besitzt, Schwermetalle zu binden und aus dem Körper zu bringen. Zudem soll Selen im höchsten Maße antioxidativ wirken, damit als Zellschutz dienen und altersbedingten Zivilisationskrankheiten vorbeugen.
Krebsvorbeugend und unterstützend bei der Behandlung von Krebs Selen wurde aber insbesondere für seine Immunsystem aktivierende und stärkende Wirkung bekannt und ist seit 1964 sogar als antikanzerogen eingestuft (Vorbeugung und Behandlung von Krebserkrankungen; Strahlen- und/oder Chemotherapie sollen besser vertragen werden, die Mittel effektiver wirken). Auch die Lignane im Leinmehl sollen sich bei vielen Krebsarten vorbeugend und unterstützend auswirken.
Cholesterinsenkende Wirkung Der Leinsamen hat die Eigenschaft, Gallensäure zu binden. Die Gallensäure wird unter Verwendung von Cholesterin gebildet und dient der Fettverdauung. Normalerweise wird die Gallensäure am Ende der Fettverdauung im Darm von der Schleimhaut wieder aufgenommen und in der Leber wieder zu Cholesterin abgebaut. Aber mit den Ballaststoffen wird die Gallensäure gebunden und ausgeschieden. Der Körper muss neue Gallensäure binden und verwendet dafür körpereignes Cholesterin. Der Cholesterinspiegel im Körper sinkt.
Zudem ist das Leinmehl durch die vielen Ballaststoffe in der Schale ein hervorragendes Schlankheitsmittel. Denn die Faserstoffe bestehen abgesehen von den wertvollen Phytohormonen und Spurenelementen in erster Linie aus Zellulose, und diese ist unverdaulich. Durch die Quellwirkung entsteht ein hoher Sättigungsgehalt.
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