Leinsaat-Produkte

Der Leinsamen im Ganzen eingenommen dient in erster Linie zur Behandlung von Darmträgheit. Der Samen wird uneingeweicht mit viel Flüssigkeit eingenommen. Dabei sollte das Verhältnis 1:10 sein (auf 1 Esslöffel Leinsamen mindestens 1 Glas Wasser trinken). Der Leinsamen quillt dann erst im Darm auf, entwickelt seine Schleimhülle und rutscht dabei quasi  unverdaut als reiner Ballaststoff durch Magen- und Darmtrakt. Das hat den Vorteil, dass er kaum Kalorien hat. Andererseits werden aber dabei die für die Gesundheit sehr wertvollen Öle nicht erschlossen.

Die Schleimhülle des Leinsamens soll einen beruhigenden, entzündungshemmenden Effekt auf die Magen- und Darmschleimhaut haben. Will man von der beruhigenden Schleimwirkung schon im Magen profitieren, sollte der Leinsamen vorher eingeweicht werden. In diesem Fall werden die Schleimstoffe schon im Magen abgebaut.

Will man von den von den sehr effektiven Öle und Phytohormonen profitieren, ist es ratsam, bereits aufgeschlossenen oder als Schrot vermahlenen Leinsamen verwenden. Diesen kann man z.B. ins Müsli geben, in den Joghurt rühren oder aber auch einfach mit Wasser einnehmen. Hierzu gilt aber unbedingt zu beachten, dass geschroteter Leinsamen  nur sehr kurz haltbar ist, dann lässt seine positive Wirkung nach (die Öle im Leinsamen reagieren sehr schnell mit Sauerstoff, der Leinsamen schmeckt dann ranzig und bitter). Besser, man mahlt ihn jeden Tag frisch.

Einfacher und auch praktischer in der Verwendung ist es, das Leinöl von den Leinmehl (Faserstoffen) getrennt einzunehmen; dann kann man beides je nach Bedarf einsetzen.

Die optimale Trennung – Leinöl und Leinmehl

 

Öl_Labor-2Das Leinöl ist das Pflanzenöl mit dem höchsten Gehalt an der wertvolle Linolensäure (Omega-3). Es ist nur zum Direktverzehr geeignet, nicht zum Braten oder Kochen. Wird es erhitzt, so werden die wertvollen Doppelbindungen  der Omega-3  und Omega-6-Fettsäuren zerstört und viele der wertvollen Wirkungsweisen gehen verloren.

Wenn Leinöl als Diät zur Therapie bei Krankheiten (insbesondere zur diätischen Unterstützung bei Krebserkrankungen) eingesetzt wird, sollte beachtet werden, dass es seine gesunde Wirkung am ehesten entfaltet, wenn es in Verbindung mit schwefelhaltigen Aminosäuren (wie Magerquark) eingenommen wird. (Wer hierzu mehr wissen möchte, der sollte sich mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen der weltbekannten Krebsforscherin Dr.Johanna Budwig beschäftigen).

Beim Kauf von Leinöl sollte man unbedingt auf Qualität achten, wenn man von der wunderbaren Wirkung profitieren will. Das Leinöl ist nur dann hochwertig, wenn es frisch gepresst ist und danach richtig gelagert wurde. Älteres Leinöl hat keinen positiven Effekt mehr und kann den Körper eher belasten. Das Herstellungsdatum sollte auf der Flasche stehen, es sollte in dunklen Flaschen oder besser noch in Dosen abgefüllt sein (der Einfluss von Licht soll noch negativer auf die Haltbarkeit sein als der von Sauerstoff) und ständig unter Kühlung bleiben. Hochwertig bedeutet auch, dass nur Leinsaat aus biologischem Anbau verwendet wird und die Herstellung besonders schonend erfolgt (z.B. dass die Erwärmung des Öles während der Herstellung nicht über 35° C steigt). Leinöl sollte so naturbelassen wie möglich sein, deswegen ist auch eine Druckfilterung abzulehnen. Da Leinöl sehr schnell oxidiert, muss es immer, nachdem es geöffnet ist, innerhalb von drei bis vier Wochen verbraucht werden.

 

Das Leinmehl wurde lange Zeit verkannt, galt als unattraktiv und wurde eher als Tierfutter benutzt. Erst die jüngsten medizinischen Studien verhalfen ihm zu neuer Anerkennung. Leinmehl entfaltet seine besondere Wirkung durch seine Quellfähigkeit im Magen-Darm-Trakt. Aber dazu ist es immer unabdinglich, viel Flüssigkeit zu sich zu nehmen (Leinmehl quillt ca. um das 8 bis 10-fache auf). Für die optimale Wirkung sollte man das Leinmehl “eher pur” zu sich nehmen (damit sich der Schleim im Magen-Darm-Trakt bildet). Leinmehl Dosierung: Hierzu 2 Teelöffel oder 1EL Leinmehl in ein Glas Wasser geben, verrühren, sofort trinken und mindestens 1-2 Glas Wasser oder Flüssigkeit hinterher trinken (Milch zählt nicht dazu) . Ansonsten kann das Leinmehl  aber auch ins Müsli, in Quark, Joghurt etc. gerührt werden (hierbei quillt es schon vorher auf und vergrößert das Volumen).  Und auch hierzu sollte man unbedingt die ausreichende Menge trinken.
Das Leinmehl lässt sich auch gut zum Kochen oder Backen verwenden. Der leicht nussige Geschmack  von Leinmehl ist eine sehr angenehme Geschmacksbereicherung für z.B. Pfannkuchen, Blinies, Kuchenteig oder Gemüsebratlinge.

Was man bei der Einnahme von Leinsamen-Schrot und Leinmehl beachten sollte

  1. Bei Neigung zu oder gar akutem Ileus (Darmverschluss), Stenosen (Verengungen), Einrissen und Ausbuchtungen im Darm dürfen diese Produkte auf keinen Fall eingenommen werden. Sie quellen auf und es besteht dann die Gefahr einer Verklumpung.
  2. Leinsamen können eingenommen Medikamente binden und damit die Wirkung beeinflussen (mindern). Aus diesem Grund sollte nur eine deutlich zeitversetzte Einnahme zwischen Medikamenten und Leinmehl / Leinsamenschrot erfolgen.
  3. Geschroteter Leinsamen ist nur sehr kurz haltbar, dann lässt seine positive Wirkung nach (Öle reagieren mit Sauerstoff, werden dann auch ranzig und bitter)

 

Grundsätzliches - worauf man unbedingt achten sollte:

Biologisch zertifizierte Ware ist der aus dem konventionellen Anbau unbedingt vorzuziehen, da die Leinpflanze reich am Spurenelement Selen ist; Selen hat die Eigenschaft hat, Schwermetalle an sich zu binden (entgiftende Wirkung). Deshalb sollte der Lein auf unbelasteten Böden angebaut werden.

Leinöl immer möglichst frisch gepresst kaufen, so hält es sich länger und die Wirksamkeit ist besser. Leinöl kann in angebrochenem Zustand bei Zimmertemperatur sehr schnell ranzig werden und sollte daher IMMER im Kühlschrank aufbewahrt werden. Es sollten auch nur kleinere Einheiten (z.B. 250ml) gekauft werden, die geöffnet als bald verbraucht werden.

Leinöl sollte nicht länger als 3 Monate aufbewahrt werden (am besten kühl lagern/lichtgeschützt), sonst kann es zu deutlichen Geschmackseinbußen kommen (es schmeckt dann bitter und ranzig).

Leinöl, dass über Monate im Supermarkt oder sonstigen Läden in den Regalen steht ist nicht zu empfehlen.

Schon um der Nachhaltigkeit willen sollte auf möglichst kurze Transportwege und darum auf europäische Herkunft achten.

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